Eleganter Workflow für gleichmäßige Lautstärke

CreativeNoob schrieb am 04.01.2026 um 19:29 Uhr

Hallo zusammen,

bei der Videobearbeitung geht es ja nicht nur ums Bild, sondern mindestens genauso um den Ton.
Ich arbeite hauptsächlich mit Sony Vegas (aktuell Pro 21) und schneide vor allem private Familien- und Urlaubsfilme, gelegentlich auch Schulveranstaltungen, kleinere Feste oder Auftritte.

Dabei habe ich es ständig mit sehr unterschiedlichen Audioquellen zu tun:

  • stark schwankende Pegel
  • Indoor- und Outdoor-Aufnahmen
  • teilweise viel Hintergrundlärm, teilweise sehr „trockene“ Aufnahmen
  • unterschiedliche Kameras und Recorder (Camcorder/Handy/etc.)

Bisher ist mein Workflow recht simpel:

  • Tracks normalisieren
  • Vegas-Kompressor
  • EQ (mit High/Low-Cut)

und am Ende gleiche ich die Pegel aller Clips noch etwas manuell an, damit es halbwegs einheitlich klingt.

Abschließend messe ich mit Freeware (YouLean) nach um auf meine -23LUFS zu kommen.

Trotzdem bleiben oft starke Dynamikunterschiede zwischen einzelnen Clips, und der manuelle Aufwand ist relativ hoch.

Spätestens wenn noch ein Track Musik in zweiter Spur dazukommt.

Meine Frage an euch:
Habt ihr einen eleganteren Workflow, um viele unterschiedliche Clips schneller auf ein gleichmäßiges Lautstärke- und Dynamikniveau zu bringen?

Reichen euch die Vegas-Bordmittel? Oder könnt ihr bestimmte VST-Plugins empfehlen, die in Vegas zuverlässig funktionieren und sich für genau diesen Zweck bewährt haben?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Tipps :-)

Kommentare

walter-i. schrieb am 04.01.2026 um 21:02 Uhr

Das würde mich auch interessieren - ich leide an demselben Dilemma.
Übrigens - hoffentlich ein Schönheitsfehler: Du schreibst, dass du "Sony Vegas" verwendest - die letzte Version war die 13 - vor ca. 10 Jahren - ab Version 14 wird es von Magix weiterentwickelt.
Es gibt schon noch Sony Vegas Produkte - aber das sind Raubkopien......

Schöne Grüße
Walter

KalleDerBlender schrieb am 04.01.2026 um 22:20 Uhr

Interessantes Thema. Ich bin auch Audio-Laie, aber ich glaube, da gibt es nicht wirklich etwas, was deinen Wünschen gerecht werden wird. Die Kompressoren der unterschiedlichen Anbieter liefern natürlich alle unterschiedliche Ergebnisse (von den Einstellungen des Kompressors mal abgesehen). Für echt gutes Audio ist der Aufwand wohl immer hoch. Mit Hühlkurven und Tools zur Lautstärkeerhöhung ist es viel Arbeit. Die VSTs von Izotope (Native Instruments) finde ich sehr gut. Hintergrundgeräusche und Störgeräusche kann man auch sehr gut mit SpectraLayers bearbeiten. Es gibt zahlreiche Tools, aber man muss die ja auch Anwenden können. Und den Unterschied dann auch hören können. Da man nach jeder Änderung an einem Regler das Ergebnis hören muss (und im Idealfall einen Unterschied), geht automatisch viel Zeit dabei drauf.

In meinem Projekt (90 minuten Film) sind die Audioaufnahmen teilweise sehr schlecht. Da sind schon wesentlich mehr als 100 Stunden, nur für die Audiobearbeitung, drauf gegangen.

CreativeNoob schrieb am 05.01.2026 um 12:56 Uhr

Danke für euer Interesse, scheine da ja nicht ganz alleine zu sein 😁

Die Hüllkurvenbearbeitung wird auch bleiben. Die besten Tools können ja die Gestaltung und damit kreativen Part nicht übernehmen - das ist auch gut so. Aber 100h für Ton ist natürlich schon eine Hausnummer.

Mir würde schon ein Tool reichen, welches die Clips der Kameras, sei es Handy, Camcorder oder Fieldrecorder auf ein Level bringt. Im Idealfall schon auf passenden EBU R 128 Pegel ohne das ich manche Clips leise habe und andere laut in der Wahrnehmung. Das kann man per Auge machen in der Timeline für jeden Clip - aber halt ungenau und zeitraubend.

Hab mal überlegt einen Vocal-Gain-Rider zu nehmen für Levelautomationen. Ob der für Filmkontext und viele Clips in Reihe dann universell als TrackFX brauchbar ist, bleibt offen. Muss ich mich mal einlesen. Wollte aber auch offen gestanden keine Unsummen investieren, ohne zu wissen ob es gut funktioniert.

@walter-i. das Sony ist ein Schönheitsfehler. Bin mit Sony Vegas 13 damals gestartet in dem Thema, dann lange Pause gamacht und zu Coronazeiten mit Vegas (ohne Sony) wieder eingestiegen. Das Sony sitzt aber immer noch tief 😜

KalleDerBlender schrieb am 05.01.2026 um 20:30 Uhr

Keine Ahnung, ob es sowas gibt. Vielleicht können automatisierte Mastering Tools wie z.B. Izotope Ozone 12 das machen. Ich habe Ozone 11 Elements, hab es aber noch nie so wirklich ausprobiert (vielleicht mach ich das bei Gelegenheit mal). Das funktioniert in Vegas 22 auf jeden Fall.

Eine EBU R 128 Pegel-Anzeige ist ja in Vegas vorhanden. Den maximal Spitzenpegel kann man in den Optionen vorgeben. Aber über den gesamten Track −23 LUFS ± 1 LU. Ich glaube nicht, dass das so "einfach" möglich ist. Das wird schon etwas KI-basiertes sein müssen, wie z.B. Ozone.

frmax schrieb am 05.01.2026 um 23:53 Uhr

2 ergänzende Tipps hätte ich noch vorzubringen:

"Remove Background Noise| Auto Ducking | and More Audio Tips for VEGAS Pro" von Tech Dive AVClub

und vor allem, wenn man keine allzu große Furcht vor KI (Fachwort für "Komplette Idiotie"?) hat,

dann als Adobe- Kunde podcast.adobe.com als Anlaufstelle

oder zumindest 2h free/month www.auphonic.com

man kann da einiges machen, interessant ist es aber für mich hauptsächlich darin liegend, dass man die menschlichen Sprecherstimmen sehr gut vom Hintergrund freimachen kann. ist vielleicht nicht immer perfekt, aber man kann ja auch wieder remixen etc.

I14900K, RTX 4070 Super, 64GB RAM, 4TB M2, 4TB SSD, VEGAS Pro 14-23 (Post), Magix ProX, Davinci Resolve Studio, Powerdirector 365
AMD 5900, RTX 3090 TI, 64GB RAM, 1 TB M2 SSD, 4 TB HD, VP 21 Post, VP22

Monitor LG 32UN880; Camera Sony FDR-AX53; Photo Canon EOS, Samsung S22 Ultra

CreativeNoob schrieb am 07.01.2026 um 18:09 Uhr

Hi frmax,

danke für den Link, die Erklärung ist ja ganz gut in dem Video.

Entspricht in großen Teilen (leider) meinem aktuellen Workflow.

Den Teil wo er die Tonspur in viele Stücke schneidet und die Lautstärken einzeln anpasst würde ich halt gerne automatisieren.

Wie eingangs geschrieben, geht es mir eher um gleichmäßiges Lautstärke- und Dynamikniveau, weniger um Bereinigung.